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Extraschicht 2009

Posted on 05 Juli 2009 by andre

Am letzten Samstag war es mal wieder soweit. Die “Extraschicht 2009 - Die Nacht der Industriekultur” ging an den Start. An rund 40 Spielorten im Ruhrgebiet gab es Besichtigungstouren, jede Menge Kleinkunst und zwanzig Minuten heftigen Regen.

Die Extraschicht ist ein jährliches Event, bestehend aus dutzenden kleinen Events, die man, aufgrund der fast ausnahmslosen guten Organisation, richtig genießen kann. Nunja. Soviel, wie man halt schafft. Und das sind selten mehr als drei an einem Abend.

Für erschwingliche 12 Euro kann man die Shuttlebusse, sowie den gesamten öffentlichen Nahverkehr im Ruhrgebiet nutzen und hat zusätzlich noch freien Eintritt zu allen Veranstaltungsorten. Rund 150.000 Menschen haben sich davon dieses Jahr, dem schlechten Wetter zum trotz, locken lassen.

Hoffentlich haben sich die Organisatoren der Nacht der Museen in Düsseldorf das Spektakel angeschaut und dabei fleißig mitgeschrieben - hier gab es einiges zu lernen.

Zum ersten Mal war der Signal Iduna Park als neue Attraktion dabei. Den hätte ich mir zwar gerne anschauen wollen, er lag aber leider in einer ganz anderen Drehscheibe als meine übrigen Besichtigungsorte und schied deshalb aus. Vielleicht ja nächstes Jahr.

Unsere Reise begann und endete am Landschaftspark Duisburg Nord, wo wir unseren Wagen abgestellt haben. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass es richtig clever ist, das Fahrzeug dort abzustellen, wo man den Schlusspunkt setzen möchte. ALLE - wirklich ALLE Shuttlebusse sind restlos überfüllt, wenn die Veranstaltungen gegen 2 Uhr Nachts enden.

Zollverein

Nachdem wir uns auf dem Gelände vom Landschaftspark umgesehen haben, ging es zur Zeche Zollverein und der Kokerei, wo uns leider der heftige Schauer am Abend erwischte.

Trotzdem war es interessant zu hören, dass es günstiger ist Kühltürme in Deutschland abzubauen, zu verschiffen und wieder aufzubauen, als neue in Asien zu errichten oder zu wissen, dass man in der Nähe einer Kokerei besser nicht bauen sollte, da der Boden bis zu 9 Meter tief verseucht ist.

Wie man allerdings auf die Idee kommen kann, eine Ausstellung in das Programm mit aufzunehmen, in die man nur eingelassen wird, wenn man alle Taschen, Jacken, Schirme und Kameras an der Garderobe abgegeben hat, bleibt mir schleierhaft.

Gasometer

Unsere zweite Station war das Gasometer Oberhausen mit der Ausstellung “Sternstunden”. Auf riesigen Plakaten zeigten beeindruckende Fotos von Weltraumteleskopen und Sternenwarten wie gewaltig schön und bunt unser Universum doch ist.

In der Mitte der unteren Etage hing eine Sonne die den ganzen Raum erleuchtete und in Etage zwei überraschte der größte Mond auf der Erde mit 25 Meter Durchmesser.

Die Sonne im Gasometer

Durch die Ausstellung waren wir recht schnell durch und waren ein wenig enttäuscht. Vermutlich sind allerdings mehr als eine Stunde Zeit notwendig, um die Ausstellung in der Gesamtheit erfassen zu können.

Aufs Dach ging es nur über den Aufzug (mit rund 45 Minuten anstehen) oder über die Treppe - was mir ein bisschen zu unheimlich war und deshalb konnten wir uns den wolkenverhangenen Himmel von Oberhausen nicht aus 100 Metern Höhe angucken.

Unser Abend endete gegen Mitternacht wieder am Landschaftspark, wo die Duisburger Philharmoniker eine Extraschicht einlegten und ein rund 30 minütiges Konzert vor gut 1.500 Leuten gaben. Das letzte Stück als Begleitung für ein leider enttäuschendes Feuerwerk.

Fazit:

Dank der tollen Organisation konnte man sich wirklich auf die Industriekultur konzentrieren und den Abend genießen ohne befürchten zu müssen, dass man irgendwo verloren geht. Der Eintrittspreis ist ein Traum und ohne viele Sponsoren wäre so eine Veranstaltung überhaupt nicht möglich.

Das Wetter hat uns zwar einen Strich durch die Rechnung gemacht, hat uns nach 20 Minuten Platzregen aber mit Wolkenbrüchen verschont.

Einzig das kulinarische Angebot hatte richtig unter dem Wetter zu leiden. Viele Buden mit tollen Angeboten mussten abbauen und so gab es entweder Bratwurst mit Brot oder etwas vom Edelrestaurant um die Ecke für 8 bis 10 Euro.

Ein paar Impressionen gibt es bei von mir oder auch etwas professioneller von Barry O’Neil oder bei Karina.

Andere Blogs:

Rotwang hat irgendwie an dem Abend mehr geschafft, Martin hat das Feuerwerk auch nicht gefallen und Muschelmaus hat eine ganz andere Route zum Landschaftspark gewählt.

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