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Angespielt: NHL 2008

Posted on 08 Januar 2008 by andre

Vor einer Woche habe ich es gewagt und mir NHL 2008 von EA Sports gegönnt.

Meiner Meinung nach gab es genau drei gute NHL Spiele von EA: 98, 2002 und 2004. An 2005 habe ich mich gar nicht versucht. Bei 2006 ließ der Torwart einen Schuss soweit abprallen, dass er in meinem Drittel landete und so verschwand das Spiel auch ganz schnell im Regal. 2007 war das lächerlichste Stück Mist, was EA je produziert hat. Selbst bei stärksten Torhütern konnte jeder halbwegs talentierte Spieler aus jeder Position mit jeder Schussstärke treffen. Mein erstes Spiel verlor ich damals mit 17:32. Nachdem drei weitere Partien mit ähnlichen Handballergebnissen gespielt waren verschwand das Spiel ebenfalls in der Schublade und ich war froh, dass ich mir 06 und 07 nicht gekauft, sondern lediglich geliehen hatte.

Deshalb war meine Angst vor 2008 ziemlich groß. Da es keine alternatives Eishockeyspiel für PC gibt ist natürlich klar, dass EA sich auch diesmal nicht groß anstrengen wird.

Tatsächlich lässt sich nach rund 18 Spielen schon sagen: Das Gesamtprodukt ist wieder Mist.

Das heißt aber auf keinen Fall, dass das Spiel an sich schlecht ist. Das macht, wenn man es vernünftig konfiguriert hat, sogar Spaß.

EAs schlampige  nicht so guten Programmierungen zeigten sich allerdinsg schon kurz nach dem Installieren.
Mein alt gedientes Gamepad sorgte dafür, dass die Menüwahl permanent rauf preschte.
Was will man dann im Spiel mit einem Spieler, der nur nach vorne und nicht rückwärts fahren kann? Also habe ich mir ein Logitech Gamepad gegönnt, bei dem prompt die selben Fehler auftraten. Da ich ja dieses Spiel endlich mal testen wollte bin ich also am nächsten Morgen in die Stadt und habe mir exakt das Gamepad gekauft, das EA vorschlägt. Ich hatte zwar nicht damit gerechnet, aber tatsächlich funktioniert das auch. Ob das jetzt Programmierschwäche oder eine clevere Verkaufsstrategie ist, wird man wohl nie erfahren. Beides würde ins Bild passen.

Genauso witzig, wie es angefangen hatte, ging es auch weiter. Das Gamepad funktionierte also, dann ab ins erste Spiel. Bully gewonnen - rein ins Drittel - Schuss - Tor! Tor? Nicht ganz. Der Puck lag tatsächlich unter Edmontons Goalie Dwayne Roloson. Der drehte sich fröhlich im Kreis. Ohne Pause im Kreis. Der Puck war also nicht im Tor und nicht davor. Ein Bug. Juhu.
Roloson drehte sich im Kreis, ich checkte ihn und seinen Verteidiger. Ich stocherte und schoss, aber nix passierte. Es piff auch keiner ab. Super. Also raus um ein Update zu ziehen, aber der Updateserver von EA war down. Na toll.

Nichts desto trotz hat sich das Spiel schon ein wenig verbessert. Nachdem man rausgefunden hat, dass die unsinnige Hybridsteuerung vor jedem Start umgestellt werden muss, kann das Spielvergnügen auch losgehen.
Die Sprüche sind zwar die selben wir noch 2004, der Torwart leidet bei Pässen unter einer derartigen Schwäche, dass sein Zuspiel selten die eigene blaue Linie erreicht, der Verteidiger als letzter Mann in der Rückwärtsbewegung kletter fix über die Bande und macht dem Gegner ein 1:0 möglich, Rückhandschüsse treffen grundsätzlich nicht und gehen in der Regel mindestens 2 Meter am Tor vorbei, nach einem gewonnenen Bully bleiben erstmal alle Spieler stehen, so dass man keine Anspielstation hat, aber sonst…

Sonst macht das Spiel schon Spaß. Natürlich hat EA es auch diesmal wieder nicht geschafft das Spiel vernünftig für 10 Minuten Drittel auszulegen. Will man ein realistisches Ergebnis darf man nur 15 Minuten für ein Spiel veranschlagen. Diesmal ist es sogar etwas schwerer durch die Mitte in das Drittel zu fahren. Auf das ganze Spiel gerechnet sind die Verteidiger allerdings nicht gut genug Schüsse, Pässe oder Spieler zu blocken. Schüsse aufs Tor kommen einfach zu leicht zustande und so muss der Torwart das alles ausbügeln. Es ist schwer zu glauben, dass ein Joe Thornton 15 Mal aufs Tor schießt und einfach nichts trifft. Aber deshalb heißt der Modus wohl auch “schwer”. Kurzum 40-60 Schüsse in 15 Minuten sind einfach zu viel.

Diese Punkte sind aber allesamt nicht so schlimm, dass sie einem das durchaus gelungene Spielvergnügen madig machen könnten. Es ist halt gut, aber kein aussergewöhnlicher Sprung nach vorne.

Was mich jedoch wirklich stört ist, dass EA das Menü einfach lieblos von der Playstationversion abgeklatscht hat. Reihenaufstellungen machen keinen Spaß, wenn man sich umständlich mit dem Gamepad durch die Menüs klicken muss und um mir für San Jose einen vernünftigen Back up zu traden habe ich knappe 10 Minuten gebraucht, bis ich rausgefunden habe, dass ich mit den Tasten die oben auf dem Gamepad sind das andere Team wechseln kann. Mit der Maus macht man da gar nichts und das nervt.

Abschließend gebe ich NHL 2008 im Perfekten-Dinner-Stil 6 von 10 möglichen Punkten, da das Spiel schon Spaß macht und ich noch keine Möglichkeit gefunden habe mit 100%iger Sicherheit ein Tor zu erzielen. Das Tempo ist schön hoch und man erkennt zu 2004 doch leichte Fortschritte. 4 Punkte Abzug gibts trotzdem wegen dem lachhaften und schlecht kopiertem Menü. Was könnte man alles aus dem Dynastymode machen……. Aber das bleibt wohl ein Traum.

Ich bin nun auch vorletzer in der Liga, mit 6 Punkten aus 18 Spielen.
Nur eins brachte mich zum schmunzeln. Letzter ist, mit einem Punkt weniger, St. Louis und ich finde, dass ist ein guter Schlusssatz. :)

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