Categorized | Rezensionen

Tags |

Angelesen: Das Evangelium nach Satan

Posted on 10 August 2009 by andre

In der bedrückenden Enge wird die Luft knapp. Der kärgliche Rest einer dicken Kerze flackert seinem Ende entgegen. Der Geruch nach versengtem Tuch lässt die Eingemauerte würgen.

Eine Nonne mauert sich selbst im 14. Jahrhundert in einem Kloster ein. Sie erstickt freiwillig in einer kleinen Niesche, weil sie nicht von dem brutalen Mönch und den übrigen, besessenen Nonnen ermordet werden will. Sie muss außerdem verhindern, dass zwei Artefakte entdeckt werden, die unter keinen Umständen in die Hände der Besessenen fallen dürfen: Den Schädel von Jesus, der am Kreuz von Gott abgefallen war und sich zu Satan bekannte und das Satansevangelium.

das-evangelium-nach-satan

In der Gegenwart geht es ähnlich spannend weiter: FBI-Profilerin Maria Parks versucht in ihrem Heimatort eine Serie von Mordfällen aufzuklären und wird dabei selbst in einer alten Kapelle gekreuzigt. Sie überlebt knapp und nimmt die Spur ihres Peinigers, einem Mönch, auf und entdeckt, dass eine uralte Sekte kurz davor steht die Macht im Vatikan an sich zu reißen.

Die Sekte, die sich der Schwarze Rauch nennt, vergiftet seit Jahrhunderten systematisch Päpste und sieht seine Zeit gekommen. Sie möchte nun ein eigenes Mitglied auf den heiligen Stuhl setzen. Damit verfolgen sie nur ein Ziel: Der Menschheit klar zumachen, dass die katholische Kirche auf Lügen aufgebaut ist.

Das System soll zusammenbrechen und Chaos und Satansanbetung sollen auf der ganzen Welt herrschen.

Das “Das Evangelium nach Satan” ist das Erstlingswerk von Patrick Graham, einem Autor über den sich im Netz nicht viel mehr findet als diese paar Sätze.

Gekauft habe ich es mir wegen des Covers und der schwarzen Seiten. Ein auffälliger und scheinbar wirksamer Marketingtrick. Gruselig sieht es aus, macht aber eigentlich nur die Hände schwarz und verklebt alle Seiten, was ein wenig nervig ist.

Das Buch ist ein wenig ekelig, aber recht kurzweilig. Es baut Spannung auf, hat aber keine krassen Wendungen. Es setzt auch nicht auf historische Details, wie es Dan Brown macht. Trotzdem bleibt es bis zum Schluss ein gutes, aber nicht allzu anspruchsvolles Buch.

Was mir an dem Buch besonders gefällt: Es ist von Anfang an klar, dass es sich um reine Fiktion handelt. Anders als bei Frank Schätzings “Der Schwarm”, dem nichts anderes eingefallen ist, als plötzlich eine Mutation der Natur zu erfinden. Hier ist sofort klar: Satan, Sekten, Dämonen - alle spielen sie mit und dann ist das auch o.k. für mich.

Das sagen andere:

Bei amazon sind die Kommentare recht ausgeglichen. Micha vom Bücher Blog fühlte sich gut unterhalten. Things, Book and more schreibt eine sehr detallierte Kritik, in der ich mich auch Größtenteils wiederfinde: Nicht wirklich revolutionär recherchiert, ein bisschen unlogisch, aber trotzdem spannend und Anja Steiner gibt ganze 5 Punkte.

2 Comments For This Post

  1. Alexander Langer Says:

    Ist dir mal aufgefallen, dass kein Mensch über Verschwörungen und Weltherrschaft von Buddhisten schreibt?

    Wäre schön, wenn ich auch mal wieder ein Buch zu Ende bekäme. Aber mein King (Duma Key) ist erst halb durch und danach ist endlich Das Haus dran. Für jemanden, der keine Zeit hat ists verwunderlich, dass du das hier hinbekommen hast ;-)

  2. andre Says:

    Wenn du wüßtest, wie lange ich an dem Buch gelesen habe. Oder schlimmer noch, wie lange ich gebraucht habe, um den Artikel zu schreiben. Ich glaube, er war für Ende Juli geplant ;)

    Buddhisten müsste man mal recherchieren. Wäre auf jeden Fall sehr lustig.
    Ich muss jetzt auch erstmal schauen, was ich mir als nächstes schnappe….

Leave a Reply

Advertise Here

Photos from our Flickr stream

See all photos

Advertise Here