Posted on 12 Juli 2009 by andre
Die gute Ursula von der Leyen, die im Netz nur noch Zensursula genannt wird, hat es geschafft. Ihr Gesetz zur Internetzensur ist seit ein paar Tagen durch den Bundesrat und tritt ab dem ersten August in Kraft. Der Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss und Franziska Heine, die Initiatorin der erfolgreichsten Petition in der Geschichte der Bundesrepublik, haben laut BasicThinking aber bereits angekündigt Klage beim Bundesverfassungsgericht Klage einreichen zu wollen.

Einen anderen, wie ich finde sehr amüsanten, Weg geht Peter Kröner. Er hat ein Plugin für Wordpress geschrieben, das Rechner mit gewissen IP Adressen nicht auf den eigenen Blog lässt und dafür ein Zensursulabild zeigt. Die passenden IP Adressen von Parteien, Fraktionen und Ministerien hat die Seite UBERWACH! gesammelt und in Kombination können Politiker aus Ihren Büros also nicht mehr auf den Wordpressblog zugreifen, der dieses Plugin installiert hat.
In dem Paket sind Schablonen von Schäuble, Zensursula und ein Stopp-Schild, beliebige andere Varianten lassen sich aber auch einbauen.
Die Reaktion mag ein bisschen patzig wirken und wird vermutlich auch nur auf Blogs laufen, auf denen Politiker eh nicht vorbei schauen - die Vorstellung finde ich aber trotzdem recht witzig. Auch wenn es irgendwie paradox ist die Kritik vor den Kritisierten zu verstecken.
Mit 175 Kommentaren und 84 Backlinks ist das Plugin zumindest rege diskutiert worden.
Erstaunlich, oder eher erschreckend, ist jedoch die Tatsache, dass viele der Kommentatoren scheinbar glauben, sie könnten damit etwas bewirken. Nun ja. Des Mensch Wille ist sein Himmelreich.
Das sagen andere:
Netzpolitik findet es auch amüsant, Matthias Rasche meint, dass man sich damit auf das Diskussionsniveau der Bundesregierung begibt, buzze sieht es auch als reine Spaßaktion.
Posted on 07 Juli 2009 by andre
Es ist wie so oft. Wenn alle sagen: “Super!”, “Klasse!”, “So etwas gab es noch nie!”, “Den muss man im Kino sehen!”, dann sind die Erwartungen an einen Film so hoch, dass sie kaum erfüllt werden können. Daraus folgt als logische Konsequenz: Für mich ist Transformers - Die Rache ganz nett für einen kurzweiligen DVD-Abend, allerdings kein Muss für einen Kinobesuch. Ich bin zugegebenermaßen sogar enttäuscht.

Platter Plot
Wie man es von Aktionfilmen gewohnt ist, ist die Handlung nicht die größte Kunstform des Films. Der dünne Handlungsstrang “Protagonist geht aufs College” - “Ganz viel Bumm” wird durch kleine Stücke Story gefüttert, die leider zu kurz kommen und dadurch ein wenig deplatziert wirken. Manchmal scheint es, die Liebe zum geschichtlichen Detail musste der Liebe zum grafischen Detail weichen. So hätten einigen Szenen des Films etwas mehr Aufmerksamkeit und Ruhe verdient (Ein Konzept, was natürlich nicht immer in einen Aktionfilm passt), andere Sachen bleiben schlichtweg unklar. Die Lektüre des Wikipediaartikels bringt Fakten, Namen und Orte zutage, die im Film überhaupt nicht erwähnt werden.
Überzeugende Technik
Das Transformers - Die Rache allerdings Maßstäbe in Sachen Technik setzt, entschädigt beinahe für die eindimensionale Handlung. Vielleicht wäre es trotzdem ratsam gewesen bei den Aktionszenen weniger auf Masse, dafür mehr auf Klasse zu setzen. Das der Super-Abriss-Roboter Devastator mit einem einzigen Schuss erledigt wird, der Finalkampf keine zwei Minuten dauert, dafür das Anrennen auf die Leiche von Optimus Prime in epischer Breite ausgeführt wird ist unverständlich und auch ein bisschen Verschwendung von Zeitbudget.

Witz und Sex
Der Film wirkt auch deshalb kurzweilig, weil andauernd Gags oder nackte Haut eingestreut werden. Ob nun die Mutter, die Haschkekse futtert und dann übers Collegegelände läuft, der Mini-Toaster-Roboter, der die Küche zerschießen, oder Megan Fox, die sich in knappen Klamotte auf einem Motorrad räkelt, alles wirkt wie ein typisch amerikanischer Teeniefilm - ist aber trotzdem recht amüsant.
Fazit:
Transformers - Die Rache ist “ganz nett”. Der erste Teil gefällt mir zwar deutlich besser, aber auch die zweite DVD dürfte irgendwann mal in meiner Sammlung landen. Enttäuscht bin ich von der Entwicklung der Handlung schon ein wenig und leider wurde mir nicht klar, warum man den Film unbedingt im Kino sehen müsste. Musik und Soundeffekte sind nicht so speziell, als das die normale Heimanlage das nicht auch liefern könnte.
Das sagen andere:
Alex war von dem kurzweiligen Film recht angetan. Konstantin war im Prinzip begeistert, bemängelt aber Länge und findet den Film etwas überladen und drei der Fünf Filmfreunde stellen dem Film eine vernichtende Kritik aus,
Posted on 05 Juli 2009 by andre
Am letzten Samstag war es mal wieder soweit. Die “Extraschicht 2009 - Die Nacht der Industriekultur” ging an den Start. An rund 40 Spielorten im Ruhrgebiet gab es Besichtigungstouren, jede Menge Kleinkunst und zwanzig Minuten heftigen Regen.
Die Extraschicht ist ein jährliches Event, bestehend aus dutzenden kleinen Events, die man, aufgrund der fast ausnahmslosen guten Organisation, richtig genießen kann. Nunja. Soviel, wie man halt schafft. Und das sind selten mehr als drei an einem Abend.
Für erschwingliche 12 Euro kann man die Shuttlebusse, sowie den gesamten öffentlichen Nahverkehr im Ruhrgebiet nutzen und hat zusätzlich noch freien Eintritt zu allen Veranstaltungsorten. Rund 150.000 Menschen haben sich davon dieses Jahr, dem schlechten Wetter zum trotz, locken lassen.
Hoffentlich haben sich die Organisatoren der Nacht der Museen in Düsseldorf das Spektakel angeschaut und dabei fleißig mitgeschrieben - hier gab es einiges zu lernen.
Zum ersten Mal war der Signal Iduna Park als neue Attraktion dabei. Den hätte ich mir zwar gerne anschauen wollen, er lag aber leider in einer ganz anderen Drehscheibe als meine übrigen Besichtigungsorte und schied deshalb aus. Vielleicht ja nächstes Jahr.

Unsere Reise begann und endete am Landschaftspark Duisburg Nord, wo wir unseren Wagen abgestellt haben. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass es richtig clever ist, das Fahrzeug dort abzustellen, wo man den Schlusspunkt setzen möchte. ALLE - wirklich ALLE Shuttlebusse sind restlos überfüllt, wenn die Veranstaltungen gegen 2 Uhr Nachts enden.
Zollverein
Nachdem wir uns auf dem Gelände vom Landschaftspark umgesehen haben, ging es zur Zeche Zollverein und der Kokerei, wo uns leider der heftige Schauer am Abend erwischte.

Trotzdem war es interessant zu hören, dass es günstiger ist Kühltürme in Deutschland abzubauen, zu verschiffen und wieder aufzubauen, als neue in Asien zu errichten oder zu wissen, dass man in der Nähe einer Kokerei besser nicht bauen sollte, da der Boden bis zu 9 Meter tief verseucht ist.
Wie man allerdings auf die Idee kommen kann, eine Ausstellung in das Programm mit aufzunehmen, in die man nur eingelassen wird, wenn man alle Taschen, Jacken, Schirme und Kameras an der Garderobe abgegeben hat, bleibt mir schleierhaft.
Gasometer
Unsere zweite Station war das Gasometer Oberhausen mit der Ausstellung “Sternstunden”. Auf riesigen Plakaten zeigten beeindruckende Fotos von Weltraumteleskopen und Sternenwarten wie gewaltig schön und bunt unser Universum doch ist.
In der Mitte der unteren Etage hing eine Sonne die den ganzen Raum erleuchtete und in Etage zwei überraschte der größte Mond auf der Erde mit 25 Meter Durchmesser.

Durch die Ausstellung waren wir recht schnell durch und waren ein wenig enttäuscht. Vermutlich sind allerdings mehr als eine Stunde Zeit notwendig, um die Ausstellung in der Gesamtheit erfassen zu können.
Aufs Dach ging es nur über den Aufzug (mit rund 45 Minuten anstehen) oder über die Treppe - was mir ein bisschen zu unheimlich war und deshalb konnten wir uns den wolkenverhangenen Himmel von Oberhausen nicht aus 100 Metern Höhe angucken.

Unser Abend endete gegen Mitternacht wieder am Landschaftspark, wo die Duisburger Philharmoniker eine Extraschicht einlegten und ein rund 30 minütiges Konzert vor gut 1.500 Leuten gaben. Das letzte Stück als Begleitung für ein leider enttäuschendes Feuerwerk.
Fazit:
Dank der tollen Organisation konnte man sich wirklich auf die Industriekultur konzentrieren und den Abend genießen ohne befürchten zu müssen, dass man irgendwo verloren geht. Der Eintrittspreis ist ein Traum und ohne viele Sponsoren wäre so eine Veranstaltung überhaupt nicht möglich.
Das Wetter hat uns zwar einen Strich durch die Rechnung gemacht, hat uns nach 20 Minuten Platzregen aber mit Wolkenbrüchen verschont.
Einzig das kulinarische Angebot hatte richtig unter dem Wetter zu leiden. Viele Buden mit tollen Angeboten mussten abbauen und so gab es entweder Bratwurst mit Brot oder etwas vom Edelrestaurant um die Ecke für 8 bis 10 Euro.
Ein paar Impressionen gibt es bei von mir oder auch etwas professioneller von Barry O’Neil oder bei Karina.
Andere Blogs:
Rotwang hat irgendwie an dem Abend mehr geschafft, Martin hat das Feuerwerk auch nicht gefallen und Muschelmaus hat eine ganz andere Route zum Landschaftspark gewählt.