Seit Jahren nerven mich in der Weihnachtszeit (September - Dezember) immer die selben Lieder. Jeder Radiosender dudelt sie rauf und runter, jedes Kaufhaus spielt sie in Schleife und auf jedem Weihnachtsmarkt bekommt man sie zu hören.
“Do They Know It’s Christmas?”, “Feliz Navidad”, “All I want for christmas is you” oder “Last Christmas” heißen die Übeltäter. Allesamt tolle Songs aber von den Radio- und Fernsehsendern so oft gespielt, dass ich jedes Mal umschalten muss wenn sie laufen. Deshalb sind Weihnachtslieder nichts für mich, habe ich beschlossen. Punkt. Aus. Ende.
Das änderte sich vor rund zwei Jahren, als mir eine CD mit dem Titel “Smooth Jazz Christmas” in die Hände gefallen ist. Seitdem ist auch bei mir Weihnachtsmusik wieder angesagt und ich habe meine Sammlung dieses Jahr um einige weitere Platten erweitert:
“Christmas with the Rat Pack”war meine zweite Anschaffung. Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr. wie man sie kennt, sie singen halt nur Weihnachtslieder. 21 Lieder umfasst das gute Stück. Davon viele Klassiker (Rudolph, Let it snow, Jingle Bells) und einige mir unbekannte Stücke (Christmas Walz, Mistletoe and holly, a marshmallow world), die allesamt interessant interpretiert werden. Einige sind witzig verswingt (Rudolph) andere sind schön ruhig und irgendwie - ich hasse dieses Wort - weihnachtlich. Blöd wenn man jetzt aus dem Fenster guckt und nicht eine Schneeflocke auf den Dächern liegt. Ein klasse Album und, obwohl sich vom Rat Pack und Co. in meinen täglichen Playlisten nichts findet, ist “Christmas with the Rat Pack” seit letztem Jahr zur Weihnachtszeit immer in meinem CD-Player.
Das Album “Christmas Chants” von den Gregorian war so verdammt billig, dass ich einfach zugreifen musste. Der erste Eindruck war enttäuschend. Mit Gregorianik hat das hier mal nix zu tun. Gregorianik ist laut meinem früheren Musiklehrer (und Wikipedia) ein einstimmiger, unbegleiteter Choral in lateinischer Sprache. Zudem waren damalige Kirchenchöre nur mit Männern besetzt.
Die Stücke auf diesem Album sind weder einstimmig, noch sind sie auf Latein oder nur von Männern gesungen und eins sind sie schon gar nicht: unbegleitet.
Das mehrstimmige Chöre besser klingen ist keine Frage. Über die Sprache und die Frauen kann ich auch noch hinwegsehen, aber Gitarren, Schlagzeuge und Pseudoorgeln passen leider nicht darein.
Nach einiger Zeit voller Ärger habe ich die CD dann doch wieder hervorgeholt und bin etwas unvoreingenommener an die Sache gegangen. Im großen und ganzen schöner Chorgesang. Ruhig und mit guten Sängern besetzt, aber die instrumentale Begleitung finde ich immer noch fürchterlich.
Trotzdem ist das Album in der Playlist gelandet. Wenn so ein Song mal im shuffle auftaucht ist es eine nette Abwechslung und ich werde fast ein bisschen melancholisch.
Mit “Christmas with my friends” zeigt Nils Landgren wieder, was für ein wandlungsvoller Musiker er ist. Zugegeben, ich hatte mir etwas ganz anderes von dieser CD erwartet, das Ergebnis ist trotzdem genial. Es ist kein Funk-knaller sondern besinnliche Weihnachtsmusik. Kaum Jazz, kaum Pop.
Dafür darf man hier auch Landgrens Stimme bei ruhigen Stücken bewundern oder lauschen, wie er zusammen mit einer Kirchenorgel das Ave Maria spielt. Klasse! Posaunenchöre und prominente Gäste (u.a. Viktoria Tolstoy und Lars Danielsson) runden das ganz ab. Traumhaft schön das letzte Stück “Stille Nacht, heilige Nacht”.







